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BMW Z9 Neuheit

Einfach gestrickt

Drehen, drücken, losfahren: Weder aufregende Motoren noch wegweisende Karosserien stehen beim Pariser Auftritt von BMW im Mittelpunkt. Die Münchner haben der Flut von Knöpfen und Reglern den Kampf angesagt.

Als BMW 1999 auf der IAA in Frankfurt seine Z9-Coupé-Studie enthüllte, staunte und lächelte die Fachwelt. Was sollte das denn sein? Eine Spielerei der Münchener Designstudios oder schon ein optischer Vorbote der neuen 7er-Baureihe?

Auf dem Pariser Salon hat BMW jetzt das passende Cabrio vorgeführt. Ohne Dach wird der "Gran Turismo" zwar nicht unbedingt schöner, gibt dafür aber ungehindert Einblick in den Innenraum, in dem die eigentliche Innovation der Studie zu finden ist: das "Ergonomie-Konzept iDrive". Ein Cockpit, so BMW, "das Autofahren nicht komplizierter, sondern einfacher macht"

 

Denn die Münchner befürchten, dass die "Freude am Fahren" schon bald durch eine Flut von Knöpfen, Tasten und Reglern getrübt werden könnte. Moderne Fahrerassistenzsysteme sowie Kommunikations- und Komfortfunktionen mit neuen und immer umfangreicheren Funktionen haben in den vergangenen Jahren Einzug in die Cockpits der Automobile gehalten.

Die Zukunft ganz nahe

Dieser Trend wird sich durch die Digitalisierung von Elektronik und Kommunikationstechnik immer schneller fortsetzen. Ein überladenes und unüberschaubares Cockpit wäre die Folge.

Ordnung in das potenzielle Tasten-Tohuwabohu will BMW mit einer einfach gestrickten Druck-Drehknopf-Methode bringen. Das "Ergonomie-Konzept iDrive" unterteilt demnach die Funktionen nach Häufigkeit und Anwendungen in drei Ebenen. Alle Fahrfunktionen liegen im Bereich um das Lenkrad im nächsten Zugriffsfeld des Fahrers.

In einer zweiten Ebene finden sich häufig benutzte Basisfunktionen, die zumeist schnell erreicht werden sollen. Sie sind im Armaturenbrett als konventionelle Schalter belassen, beispielsweise Lichtschalter oder Temperatureinstellung der Klimaautomatik.

 

Den größten Zuwachs in modernen Automobilen verzeichnen hingegen die Komfort-, Kommunikations-, und Fahrerassistenzfunktionen - Einstellungen, die während der Fahrt eher selten verändert werden müssen, deren Informationen aber jederzeit schnell zugänglich sein sollen.

Dafür gibt es im Z9 Cabrio zentrales Display. Der zugehörige "Controller" ist eine Art Joystick, der am vorderen Ende der Mittelarmlehne angebracht ist. Ein Druck nach rechts und links, nach vorne und hinten oder in die Diagonalen verändert die Einstellungen. Damit nicht genug: Der Joystick lässt sich auch noch drehen und als Ganzes drücken. Klingt verwirrend, ist es aber nicht - behauptet zumindest BMW.

Acht Funktionsbereiche - Kommunikation, Klima, Entertainment und Fahrt, sowie Information, Konfiguration, Fahrzeug und Hilfe - stehen zur Verfügung. Bis zu 700 Funktionen lassen sich auf diese Weise ansteuern. Ein Cockpit eben, "das Autofahren nicht komplizierter, sondern einfacher macht". Doch mit einem ähnlichen Versprechen sind die Hersteller von Personalcomputern auch einmal angetreten.

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